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Haus & Wohnung · 5 Min. Lesezeit

Umzugsreinigung: Die praktische Checkliste

Welche Arbeiten in welcher Reihenfolge sinnvoll sind, welche Angaben vorher feststehen müssen und woran eine Übergabe tatsächlich scheitert.

Ein Beitrag von MilieuLux · Zielgruppe: Privat

Eine Frau kniet in einer Kueche und wischt einen weissen Schrank neben Putzutensilien ab

Der Artikel

Eine Wohnungsübergabe scheitert selten am Aufwand, sondern an der Reihenfolge. Diese Checkliste zur Umzugsreinigung ordnet die Schritte so, wie sie zeitlich aufeinander aufbauen: zuerst klären, was überhaupt zu tun ist, dann die Arbeiten in eine sinnvolle Folge bringen, zuletzt die Stellen prüfen, die im Übergabeprotokoll auftauchen. Sie ist ebenso brauchbar, wenn Sie alles selbst erledigen, wie für den Fall, dass Sie die Umzugsreinigung vergeben – dann brauchen Sie dieselben Angaben, nur eben früher.

Zuerst klären, dann anfangen

Bei einem Umzug wird Reinigung häufig bis zum Schluss verschoben. Besser ist ein kurzer Plan. Zuerst sollte geklärt werden, ob die Räume leer oder teilweise möbliert sind. Danach werden Küche, Sanitärbereiche, Böden, Fenster, Schränke und mögliche Rückstände einzeln betrachtet.

Für die eigentliche Arbeit gilt eine Reihenfolge, die viel Zeit spart: von oben nach unten, von der Fensterseite zur Tür, trocken vor nass. Wer den Boden zuerst wischt, wischt ihn zweimal, weil gelöster Staub von Schrankoberseiten, Türoberkanten und Heizkörpern anschließend nach unten fällt. Der Flur kommt zuletzt an die Reihe, weil durch ihn alles hinausgetragen wird. Innerhalb eines Raums lohnt es sich, Haken und Klebestreifen vor dem Nasswischen abzunehmen: Was sich erst später löst, hinterlässt frische Spuren auf einer bereits fertigen Fläche.

Zwei Termine bestimmen den Zeitplan

Entscheidend sind der Tag, an dem das letzte Möbelstück draußen ist, und der Übergabetermin. Liegen beide auf demselben Datum, bleibt für Nacharbeit kein Spielraum – und Nacharbeit gibt es fast immer, weil hinter der Waschmaschine und unter dem Kühlschrank Stellen auftauchen, die vorher niemand gesehen hat. Ebenso wichtig ist das Verhältnis zu Malerarbeiten: Spachteln, Schleifen und Streichen gehören vor die Reinigung, nicht danach. Schleifstaub sinkt noch stunden- bis tagelang ab und legt sich über jede frisch gereinigte Fläche.

Diese Angaben braucht jede Einschätzung

Wichtige Angaben für eine realistische Einschätzung sind Fläche, Anzahl der Räume, Fenster, Etage, Aufzug, Zustand und Übergabetermin. Fotos helfen besonders bei Kalk, Fett, Kleberesten oder Renovierungsstaub. Auch die Frage, ob Material bereitsteht, spart Rückfragen.

Beim Zählen hilft eine Regel: Gezählt werden Flügel, nicht Fenster. Ein zweiflügeliges Fenster hat innen wie außen zwei Scheiben, dazu Rahmen und Falz – das ist ein Mehrfaches einer einzelnen feststehenden Scheibe. Balkon- und Terrassentüren zählen bei der Fensterreinigung mit. Bei der Etage geht es nicht um die Treppe an sich, sondern um die Wege zum Wasser und darum, ob der Aufzug am selben Tag von der Umzugsfirma belegt ist. Und „Zustand" meint etwas Prüfbares: Alter der Küche, Farbe der Silikonfugen, ob auf dem Estrich noch Kleber liegt.

Einwirkzeit ist der eigentliche Taktgeber

Die Grundreinigung von Küche und Bad bestimmt die Dauer, aber nicht allein über die Arbeitszeit. Entkalker, Backofenreiniger und Fettlöser brauchen Minuten bis Stunden, in denen niemand etwas tun kann. Wer beide Räume zuerst anlegt – Mittel auftragen, Türen offen lassen, weitergehen – nutzt die Wartezeit für Böden, Schränke und Fenster. Wer sie zuletzt bearbeitet, steht am Abend im Bad und wartet. Zwei getrennte Tuchsätze sind dabei kein Luxus: Sie verhindern, dass Fett aus der Küche im Bad landet und umgekehrt ein saurer Reiniger auf einer beschichteten Arbeitsplatte.

Die Stellen, an denen zuerst hingesehen wird

Bei der Abnahme wandert der Blick an dieselben Punkte: Türoberkanten, die Zwischenräume der Heizkörperrippen, der Rollladenkasten über dem Fenster, Schalter- und Steckdosenrahmen, die Außenseite der Wohnungstür samt Klingel- und Briefkastenschild. Dazu kommen Nebenflächen, die in Anfragen fast nie auftauchen: das Kellerabteil, ein Dachbodenanteil, der Fahrradraum, der Stellplatz. Ein eigener Punkt sind die Zählerstände für Strom, Gas und Wasser – ablesen, fotografieren, mit Datum notieren. Das ist keine Reinigungsarbeit, geht aber genau dann unter, wenn die Wohnung endlich fertig ist.

Was Reinigung nicht leisten kann

Eine Reinigung kann viel verbessern, ersetzt aber keine Reparatur und keine handwerkliche Beseitigung von Schäden. Solche Grenzen sollten vorab offen benannt werden.

Die Unterscheidung ist im Zweifel einfach: Schmutz liegt auf der Oberfläche, ein Schaden sitzt im Material. Aufgequollene Laminatkanten unter der Spülmaschine, dunkle Punkte im Silikon, Schleifspuren auf dem Ceranfeld, Rostränder unter einer Duschablage, Ringe von Blumentopfwasser auf Parkett – all das bleibt nach jedem Durchgang sichtbar. Wer das früh erkennt, kann rechtzeitig entscheiden, ob eine Handwerkerleistung nötig ist oder ob die Stelle im Protokoll vermerkt wird. Fotos vom Zustand beim Einzug sind dabei mehr wert als jede Diskussion beim Termin.

Die letzten zwei Stunden

Am Schluss steht eine kurze, feste Folge. Alle Fenster weit öffnen, damit der Geruch der Reinigungsmittel abzieht – in einer leeren Wohnung ohne Textilien hält er sich erstaunlich lange. Dann der Durchgang mit dem Handy: jeder Raum einmal fotografiert, bei Tageslicht, nach getaner Arbeit. Danach das Putzzeug hinaus, denn Eimer, Tücher und Restmüll gehören nicht ins leere Kellerabteil; was nicht in die Tonne passt, geht zum Wertstoffhof. Zuletzt die Schlüssel zählen: Wohnung, Haustür, Briefkasten, Keller, dazu jeder nachgemachte Schlüssel.

Wenn Sie die Reinigung vergeben

MilieuLux plant Umzugs- und Übergabereinigungen mit transparentem Zeitrahmen. Bei besonderen Wohnungen oder sehr knappem Termin ist eine Besichtigung sinnvoll.

Für die Anfrage selbst helfen drei Dinge sofort: der Übergabetermin, eine Liste der Räume samt Nebenflächen und ein kurzes Video beim Durchgehen. Klären Sie außerdem, wer an diesem Tag den Aufzug belegt – bei einem Umzug im selben Haus ist er regelmäßig blockiert, und das verlängert jeden Weg. Wenn Sie an bestimmten Stellen ein besonderes Ergebnis erwarten, sagen Sie es vorher statt hinterher: Ein zweiter Durchgang lässt sich einplanen, ein abgeschlossener Termin nicht rückwirkend erweitern. Und liegt zwischen Räumung und Übergabe nur ein einziger Tag, ist das die wichtigste Information von allen.

Häufige Fragen dazu

Vor oder nach dem Streichen reinigen lassen?

Danach, und mit mindestens einem Tag Abstand. Schleif- und Spachtelstaub bleibt lange in der Luft und setzt sich auf Fensterbänken, Heizkörpern und Böden wieder ab. Wird in umgekehrter Reihenfolge gearbeitet, entsteht der Aufwand doppelt – und bei knappem Übergabetermin ist dafür keine Zeit mehr.

Wovon hängt der Aufwand einer Umzugsreinigung ab?

Von Zustand und Ausstattung, kaum von der Quadratmeterzahl. Ein altes Bad mit starkem Kalk und eine Küche mit Fettschichten binden mehr Zeit als zwei zusätzliche leere Zimmer. Abgerechnet wird nach tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden: 25 € je Arbeitskraft und Arbeitsstunde, dazu 18 € je Einsatztag und Auftrag – nicht je Person. Gemäß § 19 UStG wird keine Umsatzsteuer berechnet. Einen Mindestauftragswert gibt es nicht.

Wann ist eine Besichtigung vorher sinnvoll?

Wenn Fotos den Zustand nicht wiedergeben – etwa bei großflächigen Kleberesten, langem Leerstand oder Räumen, die schwer zugänglich sind. Für eine gesondert gebuchte Besichtigung fallen pauschal 40 € an. Meist genügen aber ein kurzes Video und die Angaben aus der Checkliste oben. Termine sind Montag bis Freitag von 08:00 bis 20:00 Uhr möglich, im Münchner Stadtgebiet.

Fragen zu Ihrem Fall?

Dieser Artikel beschreibt den Regelfall. Wenn Ihre Situation davon abweicht, sagen Sie uns kurz Bescheid – wir schauen konkret drauf.