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Reinigungskosten transparent verstehen
Woraus sich eine Reinigungsrechnung zusammensetzt, warum die Fläche der schwächste Anhaltspunkt ist und wie Sie zwei Angebote auf dieselbe Grundlage bringen.
Ein Beitrag von MilieuLux · Zielgruppe: Alle

Der Artikel
Wer Angebote vergleicht, sucht zuerst nach einem Preis je Quadratmeter und findet stattdessen Reinigungskosten pro Stunde. Das ist kein Ausweichen, sondern die genauere Größe. Der Preis einer Reinigung hängt nicht nur von Quadratmetern ab. Zwei gleich große Wohnungen können völlig unterschiedliche Zeit benötigen. Möblierung, Verschmutzung, Anzahl von Bad und Küche, Fenster, Böden, Zugänglichkeit und besondere Rückstände verändern den Aufwand deutlich. Dieser Text erklärt, welche Posten eine Rechnung überhaupt enthält und woran Sie zwei Angebote erkennen, die sich nur scheinbar vergleichen lassen.
Warum die Fläche der schwächste Anhaltspunkt ist
Zeit entsteht an Kanten, nicht an Flächen. Ein leergeräumter Raum ist in wenigen Minuten gewischt; dieselbe Fläche mit Regalen, Stuhlbeinen, Sockelleisten und Heizkörpern braucht ein Vielfaches davon, weil um jedes Gebäude herum gearbeitet werden muss. Die Zahl der Räume sagt deshalb mehr über den Aufwand aus als die Summe ihrer Quadratmeter. Der zweite Treiber sind die Nassbereiche: Bad und Küche kosten je Quadratmeter deutlich mehr Zeit als Wohn- und Schlafräume, weil Kalk und Fett Einwirkzeit brauchen und nicht mit Druck weggehen. Eine kleinere Wohnung mit zwei Bädern liegt damit über einer größeren mit einem. Der dritte Treiber ist die Zahl der Bodenarten. Jeder zusätzliche Belag bedeutet einen Wechsel von Mittel, Dosierung und Wischbezug, und dieser Wechsel kostet Minuten, die in keiner Quadratmeterrechnung auftauchen.
Woraus sich die Rechnung zusammensetzt
MilieuLux arbeitet deshalb mit sichtbaren Stundenpreisen. Reinigung kostet 25 € je Arbeitskraft und Stunde, leichte Gartenpflege 30 €. Dazu kommen 18 € Fahrtkosten pro Einsatztag sowie bei Bedarf Material- oder Entsorgungskosten. Werden eigene geeignete Mittel bereitgestellt, fallen dafür keine Materialkosten von MilieuLux an. Entsorgungskosten sind dabei kein Aufschlag, sondern ein durchgereichter Posten: Sie richten sich nach Menge und Fraktion der jeweiligen Annahmestelle und werden nach Beleg weitergegeben. Prüfen Sie an jedem Angebot zuerst, ob Arbeitszeit, Anfahrt sowie Material und Entsorgung überhaupt getrennt ausgewiesen sind. Verschwindet einer dieser Posten in einer Gesamtsumme, lässt sich hinterher nicht mehr nachvollziehen, warum eine Rechnung höher ausfiel als die vorige.
Arbeitsstunde und Stunde vor Ort sind nicht dasselbe
Wichtig ist die Bedeutung von Arbeitsstunden: Arbeiten zwei Personen drei Stunden, entstehen sechs Arbeitsstunden. Diese Information wird auf der Website deutlich erklärt, damit es keine Missverständnisse gibt. An dieser Stelle entstehen die meisten Fehlvergleiche. Steht in einem Angebot eine Stundenzahl, fragen Sie nach, wie viele Personen dahinterstehen: Ein Zweierteam ist nach drei Stunden vor Ort fertig und hat trotzdem sechs Arbeitsstunden geleistet. Ein niedriger klingender Satz kann am Ende teurer sein, wenn er sich auf den Termin bezieht und nicht auf die einzelne Arbeitskraft. Bei einmaligen Aufträgen wie einer Grundreinigung der ganzen Wohnung senkt ein größeres Team die Gesamtkosten dagegen häufig, weil die Fahrtkostenpauschale nur einmal anfällt und die Wartezeit beim Einwirken für andere Räume genutzt wird.
Fahrtkosten entstehen je Einsatztag, nicht je Person
Die Pauschale von 18 € fällt einmal je Einsatztag und Auftrag an. Ob eine oder drei Personen anreisen, ändert daran nichts. Praktisch heißt das: Wer drei kleinere Arbeiten auf drei Termine verteilt, zahlt die Pauschale dreimal, wer sie auf einen Einsatztag legt, einmal. Umgekehrt bleiben zwei getrennt beauftragte Arbeiten auch an derselben Adresse zwei Aufträge — etwa eine Wohnung und das Treppenhaus der Eigentümergemeinschaft, die verschiedene Rechnungsempfänger haben. Bei laufenden Aufträgen wie der regelmäßigen Reinigung von Büroräumen lohnt der Blick auf das Jahr statt auf den einzelnen Termin: Ein 14-täglicher Abstand ergibt sechsundzwanzig Einsatztage und damit sechsundzwanzigmal diesen Posten. Einen Mindestauftragswert gibt es nicht, ein einzelner kurzer Einsatz ist also möglich — die Anfahrt fällt darin nur stärker ins Gewicht.
Umsatzsteuer und die Vergleichbarkeit zweier Angebote
Bei MilieuLux kommt auf die genannten Beträge nichts hinzu. Gemäß § 19 UStG wird keine Umsatzsteuer berechnet. Bei anderen Anbietern kann das anders sein, und dann lohnt der erste Blick genau dorthin: Wer Umsatzsteuer berechnet, nennt seine Preise oft ohne sie. Zwei Angebote gehören deshalb erst auf dieselbe Grundlage, bevor sie nebeneinanderliegen — ein Preis ohne Umsatzsteuer sieht neben einem Preis mit ihr immer günstiger aus, ohne es zu sein. Der zweite Punkt betrifft Pauschalen. Eine Pauschale ist weder teurer noch billiger als ein Stundensatz, sie verschiebt nur, wer das Risiko trägt: Wer eine feste Summe nennt, muss den ungünstigsten Fall einkalkulieren, sonst zahlt er ihn selbst. Bei klar beschreibbaren, gleichbleibenden Aufgaben geht das auf. Ist der Zustand unklar, bezahlen Sie in der Pauschale einen Zuschlag für eine Unsicherheit, die sich in zwanzig Minuten vor Ort auflösen ließe.
Was Privathaushalte steuerlich geltend machen können
Für haushaltsnahe Dienstleistungen wie die Reinigung der eigenen Wohnung sieht § 35a des Einkommensteuergesetzes eine Steuerermäßigung vor. Begünstigt sind die Arbeits- und die Fahrtkosten, nicht dagegen Materialkosten — ein weiterer Grund, diese Posten auf der Rechnung getrennt auszuweisen. Über die Anerkennung entscheiden zwei formale Bedingungen: Es muss eine Rechnung vorliegen, und der Betrag muss unbar gezahlt werden. Eine Barzahlung erkennt das Finanzamt auch dann nicht an, wenn eine Quittung vorliegt. Wer die Ermäßigung nutzen möchte, überweist deshalb und hebt den Kontoauszug auf. Die Höchstbeträge und die Abgrenzung zu Handwerkerleistungen stehen im Gesetzestext; ob und in welcher Höhe sie in Ihrem Fall greifen, klärt Ihre Steuerberatung. Mieterinnen und Mieter finden übrigens einen Teil solcher Leistungen bereits in der Betriebskostenabrechnung ihres Hauses.
Wann eine Besichtigung günstiger ist als eine Schätzung
Das digitale Einschätzungswerkzeug fragt die wichtigsten Zeitfaktoren ab und zeigt eine unverbindliche Spanne. Bei komplexen Aufgaben bleibt eine persönliche Prüfung oder Besichtigung die sicherste Grundlage. Separat gebucht kostet sie 40 € pauschal; führt sie zu einem Auftrag, berechnen wir sie nicht. Sie rechnet sich überall dort, wo Fotos die entscheidenden Größen nicht zeigen: die Tiefe eines Stapels, den Zustand einer Fuge unter der Kalkschicht, die Breite von Tür und Treppenhaus oder den Weg vom Halteplatz bis zur Wohnungstür. Ein leeres, klar beschriebenes Gebäude braucht dagegen keinen Vortermin. Nützlicher sind dann Aufnahmen aus Augenhöhe statt aus der Türecke, dazu die Zahl der Räume, der Fensterflügel und der Bodenarten sowie Etage und Aufzug.
Den Aufwand selbst überschlagen
Für eine erste eigene Einschätzung genügt ein Blatt Papier. Notieren Sie je Raum, was tatsächlich gemacht werden soll, und trennen Sie dabei die Standardaufgaben von gelegentlichen Zusatzarbeiten wie Fenstern, Schrankinnenseiten oder Kühlschrank. Zählen Sie dabei Fensterflügel und nicht Fenster: Ein dreiflügeliges Element sind drei Arbeitsgänge, innen wie außen. Halten Sie ebenso fest, welche Flächen ausdrücklich nicht angefasst werden sollen — eine kurze Ausschlussliste kürzt die Zeit wirksamer als jede Verhandlung über den Satz. Nach dem ersten Termin haben Sie dann eine belastbare Zahl in der Hand: die tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden. Erst sie taugt als Grundlage für einen Rhythmus. Weicht sie dauerhaft ab, ist das ein Anlass, den Umfang zu ändern, und keiner, ihn stillschweigend fortzuführen.
Was beim Preisvergleich oft übersehen wird
Zwei Angebote sind nur vergleichbar, wenn sie denselben Leistungsumfang beschreiben. MilieuLux arbeitet ausschließlich im Münchner Stadtgebiet, sodass Anfahrten kalkulierbar bleiben; Anbieter mit weitem Einzugsgebiet rechnen diesen Posten anders. Nicht zum Angebot gehören Fassadenreinigung, Winterdienst, Schädlingsbekämpfung sowie Reparaturen und handwerkliche Instandsetzung. Taucht eine dieser Positionen in einem Vergleichsangebot auf, stehen zwei verschiedene Leistungen nebeneinander und nicht zwei Preise für dieselbe. Fragen Sie außerdem, in welchem Zeitfenster gearbeitet wird: Termine liegen bei uns montags bis freitags zwischen 08:00 und 20:00 Uhr, und wer Randzeiten oder Wochenenden braucht, sollte das früh klären statt beim Vergleich der Summen darauf zu verzichten.
Häufige Fragen dazu
Warum nennen Sie keinen Preis pro Quadratmeter?
Weil die Fläche den Zeitbedarf nur schwach vorhersagt. Ein Quadratmeterpreis müsste den ungünstigsten Zustand einkalkulieren und wäre für gut erhaltene, wenig möblierte Räume zu hoch angesetzt. Die Arbeitsstunde bildet dagegen genau das ab, was tatsächlich geleistet wurde.
Kann eine Rechnung höher ausfallen als die genannte Spanne?
Eine Spanne ist eine Einschätzung, keine Zusage. Zeigt sich vor Ort, dass mehr Zeit nötig ist, sagen wir das während des Einsatzes und nicht erst auf der Rechnung. Ob weitergearbeitet oder auf einen zweiten Termin verschoben wird, entscheiden Sie.
Wie erkenne ich, ob ein Angebot Nebenkosten verschweigt?
Suchen Sie nach vier Angaben: Personenzahl je Einsatz, Stundenansatz, Anfahrtsregelung und Umgang mit Material und Entsorgung. Fehlt eine davon, ist die Summe nicht prüfbar. Fragen Sie zusätzlich, ob An- und Abfahrtzeit als Arbeitszeit berechnet wird.



